Gelöschte Szene aus „Gebieter der Nacht“

Ashlyn & Blade

Zur Einordnung: Diese Szene findet statt nachdem Hailey auf dem Territorium der Vampire zur Tatortbesichtigung und Befragung der beiden Vampir war und Kyriakos mit ihr allein gelassen werden wollte.

“Die Tür fiel lautlos hinter Blade ins Schloss. Während Ashlyn ihn nicht zu beachten schien und einfach den Gang hinunterlief, blieb er noch einen Moment stehen und starrte die geschlossene Tür an. Ob es eine gute Idee war, seinen König mit Hailey alleine zu lassen? Er war sich nicht sicher. Kyriakos benahm sich anders in ihrer Nähe. Ruhiger, ausgeglichener. Kopfschüttelnd wandte er sich ab und ging zu dem silbernen Aufzug am Ende des Gangs. Er wusste es besser, als seinem Boss in dieser Sache reinzureden. Schließlich hatte er Kyriakos’ Gesichtsausdruck gesehen, als Hailey auf dem letzten Ball zur Wende den Raum betreten hatte. Er hatte den exakten Moment bestimmen können, in dem sich etwas verändert hatte. Nicht umsonst sollte er seit dieser Nacht ein Auge auf die Vermittlerin von TLH haben und sicherstellen, dass sie nicht in Gefahr geriet.
Als sich die Aufzugtüren vor seinen Augen schlossen, erfüllte ein unverkennbarer Duft seine Nase. Mondschein und Feuer. Ungezügelte Leidenschaft und Stärke. Blade atmete tief ein und konnte sein Knurren nur noch gerade so im Zaum halten. Ashlyn.
Ohne lange darüber nachzudenken, drückte er den Knopf für ein anderes Stockwerk und stieg kurz danach auf der Etage aus, wo ihr Zimmer lag. Auf der linken Seite gingen zwei Türen zu den im Moment verlassenen Gemächern der Zwillinge ab. Blade warf einen bösen Blick auf die unschuldigen Türen. Es hatte ihm noch nie gefallen, dass Ash auf der gleichen Etage wie die Zwillinge lebte. Er vertraute den beiden männlichen Vampiren zwar mit seinem Leben, das hieß aber noch lange nicht, dass er sie in Ashlyns Nähe haben wollte.
Ein paar Schritte weiter stand er schließlich vor der schwarz lackierten Tür, die zu Ashlyns Räumlichkeiten führte. Ohne anzuklopfen, öffnete er die Tür und betrat ihr Wohnzimmer. Sie stand an einem der großen Fenster, mit vor der Brust verschränkten Armen und starrte in die Dunkelheit hinaus. Sie drehte sich nicht zu ihm um, aber er sah, wie ihre Schultern sich verkrampften. Leise schloss er die Tür hinter sich und blieb direkt daneben stehen. Da war etwas zwischen der Vampirin und ihm, dass er nicht benennen konnte oder wollte. Aber immer, wenn sie in seiner Nähe war, fühlte er sich unruhig, getrieben von einem inneren Drang, den er nicht näher analysieren wollte.
Seine Augen tasteten ihre schlanke Silhouette ab. Folgten den wohlgeformten Muskeln ihrer Beine, die in zerrissenen schwarzen Jeans steckten, über die leichte Wölbung ihres Hinterns zu der verführerischen Kurve ihres Nackens. Sein Zahnfleisch pochte, als er ihren langsam schlagenden Puls sah. Blade brauchte keinen Psychologen, der ihm erklärte, warum seine Hose in diesem Moment zu eng für ihn war.
Genau in diesem Moment drehte Ashlyn den Kopf und erwischte ihn beim Starren. Sofort sorgte er dafür, dass sein Gesicht ausdruckslos war. Aber natürlich entging ihren saphirblauen Augen nichts.
„Was willst du hier, Mistkerl?“, zischte sie.
Er antwortete nicht. Er wusste, was er hier wollte. Er wollte ihr die Kleider vom Leib reißen, ihren schlanken Körper an die nächste Wand pressen und sich bis zum Anschlag in ihr versenken, bis sie beide nicht mehr stehen konnten. Innerlich fluchend wandte Blade den Blick ab und starrte aus dem Fenster, anstatt in ihr wunderschönes Gesicht.
„Was? Hat es dir die Sprache verschlagen? Oder sind dir deine bescheuerten Feenwitze ausgegangen?“ Sie schnaubte verächtlich und drehte sich wieder zum Fenster um.
Blades Hände ballten sich zu Fäusten, als er gegen das Tier in sich ankämpfte. Er machte sich keine Illusionen darüber, wer oder was er war. Er hatte keine Moral, den einzigen Befehlen, denen er sich beugte, waren die von Kyriakos, und normalerweise nahm er sich, was er wollte. Konsequenzen waren ihm egal. Wen ihm jemand zu sehr auf den Sack ging, räumte er diese Person einfach aus dem Weg. Sowohl sein menschliches als auch sein vampirisches Leben hatten Spuren hinterlassen. Narben, die zwar verheilt waren, aber immer noch schmerzten. Er wusste, dass er kaputt war, dass er jemanden wie Ashlyn niemals wirklich wertschätzen konnte, dass er niemals gut genug für sie sein würde. Aber das änderte nichts daran, dass er sie mit jeder Faser seines Körpers begehrte. Und wenn sie ihn wie jetzt reizte und ignorierte, war es am schlimmsten.
Als er weiter schwieg, drehte Ashlyn den Oberkörper leicht in seine Richtung und starrte ihn an. Etwas blitzte in ihren Augen auf. „Verpiss dich, Blade.“
Sein Körper setzte sich in Bewegung, bevor sein Gehirn den Befehl dazu geben konnte. Innerhalb eines Wimpernschlags durchquerte er den Raum und nagelte die zierliche Vampirin mit seinem Körper an der Wand fest. Sie knurrte ihn an, als ihr Körper gegen das Fensterglass knallte, und er knurrte zurück.
„Schluss mit den Spielchen, kleine Fee.“ Er fletschte die Zähne und grinste sie an.
Er sah aus dem Augenwinkel, wie sich ihre behandschuhte Faust auf sein Gesicht zu bewegte, aber es war bereits zu spät für ihn, um zu reagieren. Ashlyn war schließlich nicht umsonst Teil des inneren Kreises. Laut krachend hörte er seinen Kieferknochen brechen und Schmerz explodierte in seinem Gesicht, aber das stachelte ihn nur noch mehr. Blade griff nach ihren Oberschenkeln und zwang sie dazu, ihre Beine um seine Hüfte zu schlingen.
„Lass mich los du verdammter Dreckskerl, oder ich breche dir sämtliche Knochen im Leib!“
Blades Antwort bestand in einem erregten Knurren, bevor er ihre Handgelenke ergriff und sie über Ashlyns Kopf an die Wand drückte. Jetzt hatte er sie. Sein Körper hielt sie gefangen, seine Erektion presste sich gegen ihre intimste Stelle, und mit den Händen über dem Kopf war sie praktisch bewegungsunfähig.
Feuer rauschte durch seinen Körper und seine Fangzähne pochten schmerzhaft. Blade blickte in Ashlyns strahlendblaue Augen, sah dort das gleiche Feuer, das auch in ihm loderte und ließ einfach los. Scheiß auf die Konsequenzen!
Mit fast brutaler Heftigkeit presste er seinen Mund auf ihren und drängte seine Zunge an ihren geschlossenen Lippen vorbei. Sie kämpfte gegen ihn, presste ihren zierlichen Körper gegen seine Muskeln und knurrte ihn an. Er ignorierte die Schmerzen seines bereits wieder heilenden Kiefers, während er die Frau, die er mehr als alles andere begehrte, küsste. Als er mit seiner Zunge über ihre streichelte, biss sie ihn und er schmeckte sein eigenes Blut. Er riss sich von ihr los und starrte sie an. Das Brüllen, das auf ihren Biss folgte, ließ die Fensterscheibe und Ashs Körper vibrieren. Wut und Lust vermischten sich zu einem toxischen Cocktail und ließen ihn jegliche Kontrolle verlieren.
Heftig atmend starrte Ashlyn ihn an und plötzlich veränderte sich die Spannung ihres Körpers, wurde von abwehrend zu anschmiegsam. Ihre Hüften wölbten sich ihm entgegen und diesmal war sie es, die seinen Mund eroberte. Mit brutaler Leidenschaft fielen sie übereinander her. Blade ließ ihre Handgelenke los, sie versenkte die Nägel ihrer unbehandschuhten Hand in seinem Schultermuskel und zog ihn näher zu sich heran. Er hörte ein reißendes Geräusch, und dann berührten ihre Hände seinen bloßen Oberkörper, hinterließen blutige Kratzer auf seiner Haut. Der Samt ihres Handschuhs streichelte über seine Haut, erregte ihn zusätzlich.
Ashlyn nutzte ihre Stärke und drückte sie beide von der Wand weg. Mühelos hielt Blade ihr Gewicht in seinen Armen, während er wieder die Kontrolle über den Kuss übernahm. Er grub seine Finger in ihren Hintern, drückte sie stärker gegen seine pochende Erektion. Diese Jeans mussten verschwinden. Sofort.
Er konzentrierte sich darauf ihr die Kleider vom Leib zu reißen, wie er es sich bereits so oft vorgestellt hatte, und passte dabei für einen winzigen Moment nicht auf. Seine Fangzähne ritzten ihre Zunge und der Geschmack ihres Blutes erfüllte seinen Mund. Während seine innere Bestie verlangend aufbrüllt und nach mehr verlangte, schien der Geschmack auf Ashlyn wie ein Eimer Eiswasser zu wirken. Bevor er wusste, was passierte, riss sie sich von ihm los, verpasste ihm eine schallende Ohrfeige und glitt aus seinen Armen.
„Du gottverdammter Hurensohn!“ Ash wischte sich mit einer Hand über den Mund und starrte ihn wutentbrannt an. Blade blinzelte und nahm die Situation in sich auf. Sein T-Shirt lag in zwei Hälften auf dem Boden, durch das Fenster und die Wand zogen sich Risse, wo er seine Kraft nicht hatte kontrollieren können, Ashlyns Lippen waren von seinen Küssen geschwollen und sie atmete heftig. Auf seiner Brust waren Blutspuren von ihren Kratzern, die bereits wieder verheilt waren, und ihre Ohrfeige hatte seine Lippe aufplatzen lassen. Mit dem Daumen wischte er sich die feine Blutspur vom Kinn.
„Das war das zweite Mal heute, kleine Fee.“ Ein nahezu diabolisches Grinsen verzog seine Lippen. Noch immer rauschte die Lust durch seinen Körper. Und Ashlyn schien es nicht anders zu gehen. Er konnte ihre Erregung riechen. „Dafür schuldest du mir was.“
„Verpiss dich einfach, Blade!“
„Das ist noch nicht vorbei, Ashlyn.“ Sie starrten einander an. Er grinste, als Ash ihn anknurrte. Dann drehte er sich auf dem Absatz um und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum.”