[Blogroman] Kapitel 3

Kapitel 3
Raphael

Die Frau ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie war wirklich verdammt scharf. Die blonden Haare, die blauen Augen … und dann dieses schüchterne Lächeln. Aber ein Blick in diese Augen hatte mir gesagt, dass sie alles außer unschuldig war. Diese Frau war Gefahr. Und das zog mich unwiderstehlich an. Dabei stand ich nicht mal auf Blondinen. Und dann dieses Kichern … Ich verzog das Gesicht. Ich hasste es, wenn Frauen kicherten. Und trotzdem wollte ich sie unter mir. Nackt. Meinen Namen schreiend. Denn in ihren Augen hatte ein Feuer gestanden, dass es mit meinem aufnehmen konnte.
Ich spielte mit der Bierflasche in meiner Hand, während ich mich fragte, was sie wohl tun würde, wenn ich sie mir schnappte, ihr diese Klamotten vom Leib riss und sie gleich hier vor allen Augen fickte. Bei dem Gedanken regte sich mein Schwanz.
„Archangel.“ Etwas traf mich an der Schulter und ich fokussierte meinen Blick auf den Mann vor mir. „Hörst du mir überhaupt zu?“
Ich runzelte die Stirn. „Hast du mich gerade etwa geschlagen?“
Spades lachte. „Weil du mir nicht zugehört hast.“
Ich zeigte ihm den Mittelfinger, was ihn nur noch mehr zum Lachen brachte. Spades war der Vizepräsident des Clubs. Wir hatten schon die größte Scheiße erlebt und das hatte uns zusammengeschweißt. Er war die einzige Person auf dieser Welt, der ich vollkommen vertraute. Selbst meine Brüder hier genossen nicht mein volles Vertrauen.
„Also?“ Ich verbannte die Gedanken an die Frau aus meinem Kopf und konzentrierte mich auf Spades.
„In letzter Zeit gab es keine ungewöhnlichen Vorfälle. Die Saints verhalten sich ruhig.“
Die Secret Saints waren ein konkurrierender Motorradclub, der schon öfters auf meinem Territorium gewildert hatte. Genauso wie wir auf seinem unterwegs gewesen waren. Ich hasste die Saints. Ich wollte sie dem Erdboden gleich machen. Bisher hatte es immer nur kleinere Auseinandersetzungen gegeben, aber mein Instinkt sagte mir, dass das nicht mehr lange so bleiben würde.
Ich nickte. „Gut.“
Spades grinste mich an. „Wirst du dir die Neue schnappen?“
Automatisch huschte mein Blick zu der Stelle, an der ich sie zuletzt gesehen hatte. Aber dort stand sie nicht mehr. Ich suchte den Raum ab und fand sie an einem Billardtisch, über den sie sich gerade beugte, sodass ich selbst aus der Entfernung ihre Titten sehen konnte. Hinter ihr stand Mad Max und presste sich gegen ihren Arsch. Sie sah über ihre Schulter und schien zu lachen.
„Sie kommt mir bekannt vor.“
„Eine Verflossene?“
„Nein, daran würde ich mich erinnern.“
Spades lachte und fuhr sich mit einer Hand durch die ohnehin schon strubbligen Haare. „Ja, dieser Vorbau ist schwer zu vergessen.“
Ich grinste und trank von meinem Bier.
„Wenn du nicht willst …“
Ich warf ihm einen scharfen Blick zu und Spades hob lachend die Hände. „Schon verstanden.“
„Jetzt geh und such dir eine andere.“
Als Spades verschwunden war, lehnte ich mich mit dem Rücken an die Wand und sah mich um. Vor mir befand sich alles, was mir in dieser Welt etwas bedeutete. Ich war der dunkle Herrscher dieses Reichs und niemand würde es wagen sich mir in den Weg zu stellen.

3 Kommentare zu „[Blogroman] Kapitel 3

  1. Aaaalso wirklich, du lässt uns aber zappeln! 😀 Ich will die beiden endlich aufeinandertreffen sehen … äh, lesen. *grins*
    Btw, ich mag’s, dass man die Geschichte aus der Perspektive von beiden zu lesen bekommt. 🙂 Gibt einen tollen Einblick in ihre und seine „Welt“.

    Gefällt 1 Person

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