[Blogroman] Vorwort & Kapitel 1

Vorwort

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Geschichte wird es keine schwülstigen Liebesversprechen, Hochzeitstorten oder lange Monologe über die wahre Liebe geben.

Stattdessen wird es harten Sex, Blut, Tod und kriminelle Machenschaften geben.
Die Sprache ist drastisch und eindeutig.

Solltest du also eher ein Freund des klassischen Liebesromans mit dem Prinzen in schimmernder Rüstung sein, dann ist diese Geschichte nichts für dich.

Für alle Liebhaber von düsteren, grenzwertigen Liebesgeschichten ist das hier genau das Richtige.

 

Viel Spaß!

xo
eure Vanessa


Kapitel 1
Alexia

Ich war 8 Jahre alt, als ich das erste Mal geschlagen worden war. Danach hatte ich mir geschworen, dass ich nie wieder ein Opfer sein würde.
Mit sechzehn Jahren hatte ich das erste Mal getötet.
Drei Jahre später war ich eine der gefragtesten Söldnerinnen in Amerika.
Genau aus diesem Grund betrat ich im Moment die Lobby eines eleganten Hotels mitten in Salt Lake City. Ich selbst hatte kein festes Zuhause, kein Ort den ich mein nannte. Ich ging dahin, wo die Arbeit war.
Die Absätze meiner High Heels klapperten leise, als ich direkt zu den Aufzügen ging. In meinem schwarzen, hochgeschlossenen Kleid erregte ich keine besondere Aufmerksamkeit. Es ging mir bis zu den Knien, war nicht aufreizend. Niemand würde vermuten, dass zwischen meinen Beinen, an den Oberschenkeln, zwei hauchdünne, aber sehr scharfe Messer befestigt waren. Oder dass sich eine Schusswaffe meiner Lieblingsmarke in der Handtasche befand. Die Beretta war eine sentimentale Erinnerung an meine Vergangenheit.
Und wirklich niemand käme auf die Idee, dass das hauchdünne, silberne Band, das meinen Dutt zusammenhält, in Wahrheit ein feiner Draht war, der meine letzte Verteidigung darstellte. Natürlich verletzte ich mich selbst an den Händen bei der Benutzung, aber mein Gegenüber würde sterben. Das schien mir ein fairer Deal zu sein.
Die Aufzugtüren schlossen sich hinter mir und öffneten sich fünf Stockwerke später wieder. Ich ging die geschlossenen Türen ab, bis ich die mit der Nummer 517 erreicht hatte. Nach meinem Klopfen wurde mir geöffnet und ein Mann, deutlich größer, muskulöser und hässlicher als ich, stand mir gegenüber. Äußerlich blieb ich ungerührt, während ich innerlich nach Schwachstellen suchte und kalkulierte, wie lange ich brauchen würde, um ihn auszuschalten. Man hatte mir einmal gesagt, dass ich das Gesicht eines Engels, aber den Verstand eines Dämons hatte.
Er sah mich einmal von oben bis unten an, vermutete offenbar nicht, dass ich bei meinem Outfit Waffen trug und ließ mich ohne Durchsuchung das Zimmer betreten.
Ein weiterer Bodyguard stand links von mir. Er trug ein Waffenholster, das sich unter dem Jackett abzeichnete. Genauso wie der Mann hinter mir. Am anderen Ende des Raumes stand ein kleiner runder Tisch mit zwei Stühlen. Auf einem saß ein Mann, vielleicht Ende zwanzig. Der Anzug war maßgeschneidert, die Schuhe frisch poliert. Ein Glas mit bernsteinfarbener Flüssigkeit in seiner Hand. Eine Pistole lag auf dem dunkel lackierten Holz. Hinter ihm war ein großes Fenster, das auf einen Balkon hinausführte. Zwischen uns stand eine Couch. Während ich auf ihn zuschritt, ging ich innerlich die besten Fluchtwege durch, rechnete mir aus, wen ich als erstes töten müsste, falls es brenzlig wurde.„Red Reaper“, begrüßte mich die dunkle Stimme des Mannes. Ich nickte und ließ mich auf den freien Stuhl sinken, legte meine Handtasche in meinen Schoß und sah ihn unverwandt an.
Ich war nicht aufgeregt, nicht nervös. Das war ich auch bei meinem ersten Job nicht. Wenn man die ersten Jahre seines Lebens in ständiger Angst verbrachte, danach wie durch ein Wunder in ein sicheres Heim gebracht wurde, nur um festzustellen, dass es dort noch viel schlimmer ist… Tja, dann gewöhnte man sich solche Dinge irgendwann ab.
„Was kann ich für Sie tun?“
„Ich brauche alle Informationen zu den aktuellen Geschäften eines Konkurrenten.“
„Name?“
„Raphael Zane. Man nennt ihn auch den Archangel. Er ist der Präsident der Angels of Death, dem örtlichen Motorradclub.“
Ich warf ihm einen zweifelnden Blick zu. „Und was haben Sie mit Bikern zutun?“
„Das geht Sie ja wohl nichts an!“
„Mich geht alles etwas an, was diesen Job betrifft.“ Ich schlug meine Beine übereinander. „Also?“
„Mein Onkel ist Präsident der Secret Saints.“
„Hm“, mache ich. „Und die Saints mögen die Angels of Death nicht. Verstehe.“
Mein Gegenüber lachte und das Geräusch schmerzte mir in den Ohren. „Das ist noch milde ausgedrückt.“
„Was wollen Sie wissen?“
„Einfach alles. Ich will die Adressen ihrer Verstecke, interne Strukturen, Familienmitglieder der Angels of Death. Absolut alles über jede noch so kleine Schwachstelle.“
Ich nickte. „Bis wann brauchen Sie die Informationen?“
„So schnell wie möglich.“
Ich wartete einen Augenblick, genoss es, dass der Mann vor mir unter meinem Blick anfing nervös auf seinem Stuhl herumzurutschen. Als er nichts weiter sagte, hob ich eine Augenbraue. „Meine Anzahlung?“, fragte ich.
Ich sah wie ein Muskel an seinem Kiefer zuckte. Hatte er wirklich geglaubt, dass ich handeln würde, ohne vorher Geld zu sehen? Ich musste ein Lachen unterdrücken.
Mein neuester Auftraggeber gab einem der Bodyguards ein Zeichen und im nächsten Moment landete ein Bündel Geldscheine auf dem Tisch. Ich nahm es und zählte schnell nach. Exakt die Hälfte der Summe. Ich verstaute das Geld in meiner Handtasche und erhob mich. Der Blick des Mannes folgte mir. Ich konnte in seinen Augen sehen, dass er mich wollte. Dabei dachte ich nur darüber nach, was wohl die schnellste Art wäre ihn zu töten.
„Sie hören von mir, Mr. Luar.“ Ich machte mich schon auf den Weg zur Tür, als er mich erneut ansprach.
„Warten Sie. Brauchen Sie nicht meine Kontaktdaten?“
Vor diesem Treffen hatten wir einander noch nie gesehen. Der Kontakt erfolgte über meinen letzten, sehr zufriedenen Kunden.
Ich sah ihn über meine Schulter hinweg an. Mein Blick sagte ihm eindeutig, dass ich ihn für nicht sehr intelligent hielt. Als ob ich mich auf dieses Treffen eingelassen hätte, ohne vorher alles über ihn herauszufinden.
Er lachte. Es klang nervös.
„Wie gesagt, Sie hören von mir.“
Ein Bodyguard öffnete mir die Tür und kurze Zeit später empfing mich die frische Luft des Frühlings.

 

Einige Stunden später ging die Sonne auf und ich hatte genug Informationen über Raphael Zane gesammelt, um meinen Job zu starten. Weniger als die Hälfte davon stammte von legalen Informationsquellen.
Ich hatte einen Plan. Er war einfach. Ich hielt nicht viel von komplizierten Plänen, da sie zu viele Schwierigkeiten bereiten können. Je komplizierter, desto eher konnte etwas schief gehen. Ich hielt es lieber einfach und vielleicht war ich deswegen so erfolgreich.
Wie der Zufall es wollte, schmissen die Angels of Death morgen Abend eine Party in ihrem Clubhaus. Ich würde an dieser Party teilnehmen und mir alles an Informationen beschaffen, was ich bekommen konnte, ohne dass Raphael Zane mich jemals zu Gesicht bekommen würde. Ich blieb lieber unterhalb des Radars. Dann würde ich mich so schnell wie möglich im Clubhaus umsehen und die restlichen Informationen besorgen, die mein Kunde wollte. Die meisten Männer wie Zane bewahrten alle wichtigen Unterlagen in ihren Büros auf. Sie waren sich ihrer Stellung so sicher, dass sie niemals damit rechneten, dass es jemand wagen würde bei ihnen einzubrechen. Schon gar nicht eine Frau.
Ich gab mir eine Woche. Dann wäre die Sache erledigt und ich konnte Salt Lake City wieder verlassen. Nach einem Job verließ ich gerne die Stadt, um allen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen.
Da die Nacht bereits vorbei war, entschied ich mich gegen Schlaf. Stattdessen ging ich duschen und bereitete mich danach auf meinen neuen Job vor. Dabei fragte ich mich kurz, ob es vielleicht eine schlechte Idee war sich mit einem Motorradclub anzulegen.

5 Kommentare zu „[Blogroman] Vorwort & Kapitel 1

  1. Uiiii
    Das klingt geil…
    Ich mag böse Mädchen die machen immer genau das Gegenteil von dem was man ihnen sagt ^^
    Da bin ich mal sehr gespannt wie es weiter geht.
    LG mandy

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  2. Hui,
    das fängt ja gleich gut an. Und der letzte Satz beschwört das Unheil ja quasi schon herauf. 😀 Ich bin schon gespannt auf die Party und Raphael. 😍😁

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